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Dorn-Therapie am Menschen Dieses Kapitel gibt Ihnen in Form einer FAQ Liste einen Überblick über die Dorn-Therapie am Menschen. Lesen Sie bitte zuvor das Kapitel "Allgemeinen Grundlagen der Dorn-Therapie". Ablauf einer Behandlung Grundsätzlich steht vor dem Beginn einer Behandlung eine ausführliche Anamnese des Patienten um zu erfahren welche Grunderkrankungen, Vorerkrankungen und evtl. Kontraindikationen vorliegen. Damit Sie in Ruhe alle Informationen im Vorfeld zusammentragen können, finden Sie unter der Rubrik "Downloads" einen Anamnesebogen zum Ausfüllen. Die Therapie selbst beginnt mit der Korrektur der Beinlängendifferenz (diese liegt bei fast allen Menschen vor). Diese Korrektur der Beinlängendifferenz umfasst die Lösung von Blockaden in den Sprung-, Knie-, Hüft- und Kreuz-Darmbeingelenken. Dann geht es weiter mit der Korrektur des Beckens selbst, dem Steiß- und dem Kreuzbein. Nach diesen ersten Korrekturschritten steht der Mensch auf einem geraden Fundament. Die Basis für die weitere Therapie der Strukturen, die auf den Beinen und dem Becken aufliegen ist somit geschaffen. Bei diesen Strukturen handelt es sich um die Lenden-, Brust- und Halswirbelsäule. Weitere Korrekturen sind häufig am Kiefergelenk, den Schulter sowie den Schlüsselbeinen und den Rippen notwendig. Ellenbogen, Hand und Fingergelenke werden in der Regel zum Schluss deblockiert. Wichtigkeit der Korrektur: Beinlängendifferenz + Beckenschiefstand Die Beinlängendifferenz ist im Prinzip mit einer Verkippung des Beckens gleichzusetzen, zumindest hängt sie mit einem Beckenschiefstand zusammen. Das bedeutet, dass die Verbindungslinie zwischen beiden Hüftgelenken nicht parallel zum Untergrund, auf dem der Mensch steht verläuft. Physiologisch steht das Kreuzbein und damit auch die oberen Teile der Wirbelsäule senkrecht auf dieser gedachten Verbindunglinie der Hüftgelenke. Wenn nun aber diese Verbindunglinie schräg verläuft, so weicht zwangsweise auch der Wirbelsäulenverlauf von seiner physiologisch vertikalen Richtung ab. Die theoretische Folge wäre, dass der Mensch ohne Kompensationsreaktion in eine Schieflage mit seinem Oberkörper geraten würde, also nach links oder rechts wegkippen würde. Die vielen Gelenke zwischen den Wirbel kompensieren aber dieses Problem, so dass es im oberen Teil der Wirbelsäule zu einem entgegengesetzten Verlauf der Wirbelsäule kommt. Bei chronischen Verläufen führt dieses zu einer Skoliose bzw. Bandscheibenvorfällen. Schmerzen während der Behandlung Auch wenn die Dorn-Therapie als sanfte Therapieform bezeichnet wird, ist sie in der Regel nicht schmerzfrei. Das Wort "sanft" wird gerne aufgrund der geringen Nebenwirkungen verwendet. Schmerzreaktionen entstehen aber meist nur bei der Korrektur der Wirbel und auch nur solange der Druck vom Therapeuten aufrecht gehalten wird. Eine zuvor durchgeführte Lockerung der Muskulatur kann allerdings die Schmerzreaktion reduzieren. Wenn die Schmerzen für den Patienten nicht erträglich sind muss der Therapeut andere Therapieformen zur Deblockierung des Wirbels anwenden oder indirekte Methoden verwenden. Nach einer Behandlung kommt es auf Grund der teilweise grundlegenden Veränderung der Statik häufig zu einem Muskelkater. Dieser vergeht dann meist nach 2-3 Tagen. Unterschied Dorn-Therapie und Dorn-Osteopathie Im Unterschied zur klassischen Dorn-Therapie bezieht die Dorn-Osteopathie neben dem Skeletteren-System auch das Muskelgewebe, Faszienstrukturen und das Cranio-Sacrale System mit ein. Letztendlich kombiniert die Dorn-Osteopathie die wesentlichen Elemente der Dorn-Therapie mit sanften Techniken der klassischen Osteopathie. Diese Kombination ist bislang einzigartig. Der Vorteil hieran ist, dass durch indirekte Techniken auch Patienten z.B. mit Bandscheibenvorfällen oder Osteoporose behandelt werden können. Insgesamt ist die Dorn-Osteopathie allumfassender, sanfter und meist mit keinen Schmerzen verbunden. Die Dauer einer Behandlung Die Behandlungsdauer selbst ist individuell vom Patienten, seinen Beschwerden und seinen statischen Veränderungen abhängig. Hinzu kommt das Erklären und Erlernen von speziellen Selbsthilfeübungen. In der Regel kann man für eine komplette Therapiesitzung zwei bis drei Stunden rechnen. Der Behandlung selbst geht eine genau Anamnese sowie eine statische und dynamische Analyse des Patienten vorweg. Die Kontraindikationen einer Dorn-Therapie
Um eventuelle Kontraindikationen auszuschließen ist vor Beginn einer Therapie eine ausführliche Anamnese notwendig. Beispiele für Kontraindikationen sind z.B. eine weit fortgeschrittene Osteoporose, Knochenfrakturen, Lähmungen, Knochentumore usw. Die Anzahl der Behandlungen In der Regel reichen 2-3 Grundbehandlungen aus um die grundsätzlichen Beschwerden zu beseitigen. In schwierigen und chronischen Fällen sind auch längere Behandlungen durchaus sinnvoll und biophysikalisch auch nachvollziehbar. Zur Stabilisierung und Prävention empfehle ich je nach Beschwerdebild 2-4 Behandlungen pro Jahr. Die Mithilfe des Patienten Ein zentrales Thema im Kontext der Dorn-Therapie am Menschen sind Selbsthilfeübungen für den Patienten. Diese Selbsthilfeübungen ermöglichen es dem Patienten sich selbst und unabhängig vom Therapeuten präventiv zu behandeln. Welche Auswirkungen eine Beinlängendifferenz hat wurde bereits weiter oben erläutert. Vor allem Beckenschiefständen kann man mit sehr einfachen Übungen selbst vorbeugen. Das Erlernen dieser individuell abgestimmten Selbsthilfeübungen ist Bestandteil einer jeden Dorn-Therapie. Die Ursache einer Beinlängendifferenz Welche Faktoren zu einer Differenz der Beinlängen führen können, wurde im Kapitel "Allgemeinen Grundlagen der Dorn-Therapie" dargestellt. In älterer Literatur findet man häufig den Erklärungsversuch mittels eines subluxierten Hüftgelenkes. Das dieses aus biophysikalischer Sicht nicht sein kann war bereits damals schon bekannt, diese Erklärung hat sich aber recht lange in der Dorn-Literatur aus folgendem Grund gehalten: Bei der Dorn-Methode gibt es eine Therapietechnik, bei der die Hände des Therapeuten Druck auf das Hüftgelenk ausüben und als Resultat sich eine Normalisierung der Beinlänge einstellt. Somit lag das anschauliche Bild nahe, dass der Oberschenkelkopf wieder in die Hüftgelenkspfanne gedrückt wird. Der Begriff Dorn-Breuß bzw. Breußmassage Die Namensgebung der Breußmassage geht auf Rudolf Breuß zurück. Sehr häufig findet man beide Begriffe, also Dorn und Breuß als einen Begriff. Somit hat es dann den Anschein als handle es sich um eine einzige Therapie-Form. Dem ist aber nicht so. Die Dorn-Therapie und die Breußmassage sind grundsätzlich zwei verschiedene Therapieformen die von ihrem Ursprung nichts mit einander zu tun haben. Es hat sich mit der Zeit aber als durchaus sinnvoll herausgestellt beide Therapien mit einander zu kombinieren. So wenden einige Therapeuten die Breuß-Massage vor einer Dorn-Therapie an um die Strukturen zu lockern, andere runden ihre Dorn-Therapie mit einer entspannenden Breuß-Massage ab. Ich selbst wende die Breußmassage nur in Ausnahmefällen an. |
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