Grundlagen der Dorn-Therapie

Dieses Kapitel stellt Ihnen die allgemeinen Grundlagen der Dorn-Therapie und Dorn-Osteopathie vor.

Die Namensgebung der Dorn-Therapie geht auf Herrn Dieter Dorn zurück und nicht - wie man annehmen könnte - auf den Dornfortsatz der Wirbel.

Bei der Dorn-Therapie handelt es sich um eine Therapieform zur Behandlung von Funktionsstörungen im Bewegungsapparat. Ursprünglich wurde diese Therapie nur am Menschen angewendet. Später entwickelten sich Techniken zur Behandlung von Hunden und schließlich auch von Pferden. Theoretisch lässt sich die Methode auf alle Lebewesen mit einem skeletteren Aufbau anwenden, insofern die besonderen anatomischen Gegebenheiten des jeweiligen Tieres berücksichtigt werden.

Die Grundidee der Dorn-Methode ist es, Gelenke, die sich in einer nicht physiologischen Position befinden wieder zurück in ihre physiologische Normalposition zu bringen. Diese Art der Gelenksmanipulation wird als Lösung von Gelenksblockaden bezeichnet. Hierbei beschränkt sich die Dorn-Methode nicht nur auf die Gelenke der Wirbelsäule sondern umfasst jedes beliebige Gelenk des Menschen bzw. des Tieres.

Im Unterschied zur klassischen Dorn-Therapie bezieht die Dorn-Osteopathie neben dem Skeletteren-System auch das Muskelgewebe, Faszienstrukturen und das Cranio-Sacrale System mit ein. Letztendlich kombiniert die Dorn-Osteopathie die wesentlichen Elemente der Dorn-Therapie mit sanften Techniken der klassischen Osteopathie. Diese Kombination ist bislang einzigartig. Der Vorteil hieran ist, dass durch indirekte Techniken auch Patienten z.B. mit Bandscheibenvorfällen oder Osteoporose behandelt werden können.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Dorn-Methode ist die Überlegung von Kausalitätsketten. Das bedeutet, dass nicht ein Symptom sondern die zugrundeliegende Ursache therapiert wird. Dieses bedeutet in der Praxis z.B., dass ein von der vertikalen Achse abweichender Wirbelsäulenverlauf häufig die Folge eines Beckenschiefstandes ist.

Während einer Dorn-Therapie wird stets geprüft, ob eine Beinlängendifferenz vorliegt bzw. diese korrigiert. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um eine tatsächliche medizinische z.B. angeborene Anomalität, sondern um eine Differenz der Beinlänge, die durch eine Beckenverkippung, eine ISG Blockade oder durch einen unterschiedlichen Muskeltonus verursacht wird. Die Korrektur des Beckens spielt immer die zentrale Rolle während der Therapie.

Der ausschlaggebende Unterschied der Dorn-Methode zu anderen Therapieformen des Bewegungsapparates (z.B. Chiropraktik) ist folgender: Die Deblockierung eines Gelenkes wird stets während der aktiven oder passiven Muskelbewegung des Patienten bzw. Tieres durchgeführt. D.h. die jeweiligen Muskeln, die an der Bewegung des entsprechenden Gelenkes beteiligt sind, bleiben während der Manipulation nicht statisch. Das hat den Vorteil, dass Gelenke physikalisch gesehen mit geringerem Druck in Ihre physiologische Position gebracht werden können. Man nimmt an, dass dies darauf zurückzuführen ist, dass die Muskeln das jeweilige Gelenk während der Bewegung nicht mehr so stark in der Blockade fixieren. Im Gegensatz dazu müssen statische Manipulationstechniken diese Fixation durch einen hohen Impuls (Masse * Geschwindigkeit) überwinden. Diese sogenannten Thrust-Techniken haben daher allerdings auch potentielle medizinische Risiken, obwohl sie genauso gut temporär eine Gelenksblockade lösen.

Erfahrungstechnisch ist es so, dass mittels der Dorn-Methode deblockierte Strukturen sehr lange stabil bleiben und meist nur 2 bis 3 Grundbehandlungen nötig sind. Präventiv empfehlen sich je nach Schweregrad der Grundproblematik ca. 3 Therapien pro Jahr. Dies gilt sowohl für Menschen als auch für Tiere.

     
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